Vorbereitungen

 „Mike, Mike, wir fahren morgen auch in den Urlaub!“ rief Kurt seinem Freund zu, der bereits auf dem Robinsonspielplatz auf ihn wartete.

„Echt toll, wohin denn?“ fragte Mike neugierig.

„In die Schweiz, zu den supergroßen Bergen!“

„Och, nur in die Berge!“

„Na hör mal. Da ist es eben anders als in Spananien. Da gibt es jede Menge Kühe, Schweine, Hasen“ und um noch ein bisschen angeben zu können, erzählte er ihm auch noch von Pferden auf denen er richtigen Reitunterricht bekommen würde. Nun war Michaels Neugierde doch geweckt.

„Wirklich?“ Kurt erzählte ihm in den buntesten Farben, die er sich vorstellen konnte von den Bergen und Bauernhöfen, so wie es ihm sein Vater vor dem Einschlafen erzählt hatte. Bald erschien es Kurt, als sei Mike richtig traurig, dass er nach Spanien und nicht in die Schweiz fuhr. „Naja, dafür hast du das Meer und einen Tennisplatz vor der Tür!“ tröstete ihn Kurt, der schon ein klein bisschen ein schlechtes Gewissen hatte, dass Mike nun lieber mit ihm in die Berge gefahren wäre.

Dann mussten sie sich für die nächsten drei Wochen verabschieden, da sie ja nun beide in die Ferien fahren würden. „Gib mir fünf!“ schrie Mike plötzlich, damit er nicht doch noch anfing zu heulen.

Nach dem Mittagessen kramte Kurt seinen kleinen Koffer unter dem Bett hervor. Auf dem Bett hatte er alles zurechtgelegt, was in den Koffer sollte. Sein großer Kuschelteddy, die Matchboxautos, das große Nintendo und alle dazu gehörigen Spiele, seine Ninjaturtles, Kartenspiele, Buntstifte und so weiter, und so weiter. Nicht mal die Hälfte seiner Sachen passten in den Koffer hinein. „Mama, mein Koffer ist zu klein!“ brüllte er die Treppe hinunter. „Nein, ist er nicht. Du willst wahrscheinlich wieder das ganze Kinderzimmer mitschleppen aber das geht nicht. Du musst dich schon entscheiden!“ lachend stand Barbara kurz darauf neben der Zimmertür und sah, was Kurt so alles benötigte. Er entschloss sich die Ninjaturtles auf jeden Fall mitzunehmen und auch den Gameboy. Die Stifte und ein Malbuch passten ebenfalls noch hinein. Naja, und den Teddy konnte er ja getrost unter dem Arm klemmen.

Er wusste, dass sein Vater ihm den Teddy aus Platzgründen nicht erlauben würde, darum versteckte er ihn später schon einmal im Auto. Isabella schmollte immer noch, aber ein leises Klopfen in ihrem Herzen kündigte doch schon von ein wenig Freude. Die Berge hatten sie schon immer fasziniert. Und da sie nun mit den Eltern und dem kleinen Bruder dort hinfahren musste, konnte sie wenigstens ihre Maluntensilien mitnehmen. Zum Schwatzen hatte sie ja dort dann niemanden, aber unheimlich viel Zeit. Und Motive zum Malen gab es dort bestimmt jede Menge. Ihr Kunstlehrer hatte ihr großes Talent versichert. Vielleicht ließ es sich nun beweisen. Letztendlich freute sich Isabella dann doch und begann auch ihren speziellen Koffer mit Plakafarben, Wasserfarben, Pinseln, Kohlestifte und anderen wichtigen Dingen, die zu der Malerei gehörten zu füllen. Dann hörte sie ihren Vater von unten rufen.

„Barbara, Kurt, Isabella! Ich hab die Zugkarten, wir haben ein ganzes Abteil für uns alleine!“ Alle kamen sie herbeigerannt. „In Basel müssen wir allerdings umsteigen und in Zweisimmen nochmals. Von dort fahren wir mit einer Bimmelbahn, so sagt man zu den Zügen, die sich in gemächlichem Tempo durch die Berge bewegen, bis nach Matten.“ Dies alles erklärte er, als sie zu viert über einer Karte gebeugt in der Küche saßen. „Nach dem Abendbrot geht ihr ab in die Falle, damit ich mit Papa die Koffer schon mal zum Bahnhof bringen kann!“ ordnete Barbara an. „Häh, wieso bringst du die Koffer heute schon weg?“ fragte Kurt erstaunt. „Die gibt man vorher ab, und sie werden schon mal in die Schweiz befördert. Am Bestimmungsort werden die Koffer von unseren Gastgebern entgegen genommen, die sie für uns in das Ferienhaus bringen. Ich hab euch doch erzählt, dass ich als Kind schon einmal dort in Urlaub war!“ erklärte der Vater. „Familie Schweizer freut sich schon sehr mich wieder zu sehen und vor allen Dingen meine Kinder kennen zu lernen!“

„Und ich?“ fragte Mutter Barbara spielerisch enttäuscht. „Ja klar, sie freuen sich natürlich auch darauf die Frau kennen zu lernen, die es geschafft hat mich zu zähmen!“ lachte der Vater. Als die Eltern in den Wagen stiegen, winkten Isabella und Kurt ihnen noch nach. Isabella brachte ihren Bruder zu Bett und sie erzählten sich noch eine lange Zeit über den bevorstehenden Urlaub. Ihren Freund Daniel hatte Isabella fast schon vergessen. Als sie endlich im Bett lag, konnte sie kaum einschlafen. Kurt ging es nicht besser. Als sie am nächsten Morgen zeitig aufstehen mussten, waren sie noch ziemlich müde.